{"id":582,"date":"2015-10-09T18:42:01","date_gmt":"2015-10-09T16:42:01","guid":{"rendered":"http:\/\/paradiesgestaltung.org\/institut\/?page_id=582"},"modified":"2018-12-05T20:58:30","modified_gmt":"2018-12-05T19:58:30","slug":"projekt-garten-der-genesung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/paradiesgestaltung.org\/institut\/projekte\/projekt-garten-der-genesung\/","title":{"rendered":"Projekt: G\u00e4rten der Genesung"},"content":{"rendered":"<div id=\"dslc-theme-content\"><div id=\"dslc-theme-content-inner\"><p style=\"text-align: right;\"><em>(Dieser Text kann <a href=\"https:\/\/paradiesgestaltung.org\/institut\/wp-content\/uploads\/Garten-der-Genesung__Konzeptentwurf__Institut-f-Paradiesgestaltung__V06.pdf\">hier als PDF<\/a> heruntergeladen werden.)<\/em><\/p>\n<p>Dieses Konzept stellt Krankenh\u00e4usern\/Sanatorien\/Gesundheitszentren <strong>eine neue, erg\u00e4nzende Kategorie von Genesungsort<\/strong> zur Seite, den \u201eGarten der Genesung\u201c.<\/p>\n<p>Die erste Umsetzung findet im S\u00fcdburgenland unter dem Namen \"Lebens.Quelle - Garten der Genesung\" statt.\u00a0 In Nieder\u00f6sterreich (<a href=\"http:\/\/bewusstseinswelt.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BewusstSEINswelt Dunkelsteinerwald<\/a>) ist eine weitere durch eine kooperative Initiative in Entwicklung.<\/p>\n<h2>Bedarf<\/h2>\n<p>Heutige Krankenh\u00e4user und Gesundheitseinrichtungen orientieren sich an den Gesichtspunkten der materiellen Reparierbarkeit durch Medizintechnologie, der Symptombehandlung und der Hygiene im Sinne einer Keimreduktion. Das vorliegende Konzept w\u00e4hlt einen anderen Ansatz: Nat\u00fcrlichkeit, Ganzheitlichkeit, Ursachenbehandlung, Selbstheilung, naturgem\u00e4\u00dfe Lebensweise in Symbiose mit Mikroorganismen, tiefe menschliche Begegnung, sowie Gesundheitsbildung zu Selbsterm\u00e4chtigung.<\/p>\n<h2>Gesellschaftliche Werte und therapeutische Basis<\/h2>\n<p>Zugrundeliegendes Menschenbild ist die Ganzheitlichkeit des Menschen mit K\u00f6rper, Geist, Seele, Umwelt und sozialen Beziehungen. Daraus ergibt sich als therapeutische Basis: Bereitstellung eines heilsamen Milieus, Entschleunigung des Krankheitsgeschehens, Ordnungstherapie auf allen Ebenen, Selbsterm\u00e4chtigung zur Selbstheilung, Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung als Schl\u00fcssel zur Salutogenese und Gesundheitsbildung als Vorsorge gegen R\u00fcckfall oder weitere Erkrankung.<\/p>\n<p>Eine gemeinn\u00fctzige oder \u00f6ffentliche Inhaberschaft\/Tr\u00e4gerschaft der Einrichtung ist w\u00fcnschenswert, m\u00f6glicherweise auch breit gestreut, z.B. durch zahlreiche Vereins- oder Genossenschaftsmitglieder. F\u00fcr die Zusammenarbeit der Beteiligten bieten sich soziokratische Methoden der Selbstorganisation an.<\/p>\n<h2>Besonderheit\/Alleinstellungsmerkmale<\/h2>\n<p>Ein Garten der Genesung will h\u00f6chste therapeutische Wirksamkeit bereitstellen. Damit richtet sich das Angebot weniger an diejenigen, deren Gesunderhaltung auch durch einen einfachen Urlaub oder Wellnessaufenthalt gesichert werden k\u00f6nnte. Vielmehr will das Angebot Menschen heilen, die in Krise, Trauma oder Krankheit stecken, die allerdings noch nicht derart manifest ist, dass Chirurgie oder Intensivmedizin erforderlich w\u00e4re. Zielgruppe ist also das mittlere akute und chronische Erkrankungssegment, das durch Salutogenese (Gesundheitsentstehung nach Antonovsky) und Umstimmungstherapie pr\u00e4ventiv wie kurativ behandelt werden will.<\/p>\n<p>Gesundwerdung verstehen wir gleichzeitig als Bildungsprozess: Durch die Auseinandersetzung mit der Entstehung der Gesundheitsprobleme und ihren L\u00f6sungs- und Heilungswegen wird der betroffene Mensch zum Experten seiner gesundheitlichen Thematiken.<\/p>\n<h2>Praktische Umsetzung<\/h2>\n<p>Es soll ein Ort entstehen, dessen Heilungspotential weit \u00fcber die M\u00f6glichkeiten klassischer Krankenh\u00e4user hinausgeht. Dies bedarf eines radikalen Blickwinkels, der das Krankenhaus zum \"Garten der Genesung\" transzendiert. Die Kranken oder Patienten* wollen wir lieber Ratsuchende oder \u201eSelbstheiler\u201c nennen, entsprechend dem Schwerpunkt auf die St\u00e4rkung der innewohnenden Selbstheilungskr\u00e4fte. (*Zwecks besserer Lesbarkeit verzichtet der Text auf die korrekteren aber doch sperrigen Schreibweisen Patienten\/Patienteninnen oder TherapeutInnen.)<\/p>\n<h3>Ein Szenario:<\/h3>\n<p>F\u00fcr jeweils ein bis zwei Selbstheiler steht ein Gartenhaus im Stil einer bunten Kleingartenanlage mit eigenem Kr\u00e4utergarten bereit. Dort stehen Bett und Waschraum mit Badewanne sowie eine Kochnische zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Zur Aufnahme stellt der Selbstheiler sich und seine gesundheitliche Fragestellung dem Kreis der Diagnostiker und Therapeuten vor, die mit ihm den bestm\u00f6glichen Therapieansatz zusammenstellen. Die Diagnostiker und Therapeuten sind nicht nur Experten ihrer jeweiligen fachlichen Schwerpunkte sondern auch sensitiv und empathisch in Bezug auf die tieferliegenden seelischen Themen des ratsuchenden Selbstheilers. Gemeinsam entsteht ein Therapieplan, der sich nat\u00fcrlich jederzeit den Gegebenheiten und Fortschritten im Heilungsweg anpasst. Aufbauend auf eine gr\u00fcndliche Statuserhebung und Ursachenfindung der Gesundheitsfragestellungen steht die Ordnungstherapie auf allen Ebenen im Mittelpunkt. Der Selbstheiler soll all das verstehen, was zu seinem Gesundheitsproblem gef\u00fchrt hat, und welche Aussagen seine Symptome \u00fcber seinen Zustand machen und was sein Krankheitsgewinn ist. Dieses Verst\u00e4ndnis erm\u00f6glicht ihm sich bewusst f\u00fcr eine Umstimmung zu entscheiden, die krankheitsausl\u00f6sende Lebensgewohnheiten und Faktoren ablegt und gesundheitsf\u00f6rdernde und gl\u00fccklich machende w\u00e4hlt. Er lernt die nat\u00fcrlichen gesunden Lebensgrundlagen kennen und wird Experte seines bewussten Lebensweges und bringt m\u00f6glichst selbst, sonst mit therapeutischer Unterst\u00fctzung, alle Aspekte seines Lebens in Ordnung: Sinn des Lebens, innere Haltung zu sich selbst, zu anderen, zum Leben und zum Tod und zum Spirituellen, weiters Ern\u00e4hrung, Bewegung, Tagesrhythmen, Arbeit, Spannung und Entspannung, etc.<\/p>\n<p>Das therapeutische Gespr\u00e4ch findet je nach Witterung vielleicht eher beim Spaziergang durch die G\u00e4rten und die nat\u00fcrliche Landschaft oder im Kunstatelier statt als hinter dem Schreibtisch. Die Gesundheitsbildung kann besser unter einem gro\u00dfen Baum stattfinden, als hinter einer Schulbank. Schlie\u00dflich steht eine intensive menschliche Begegnung im Vordergrund: Der Ratsuchende will gef\u00fchlt werden und er will f\u00fchlen, dass sein Sosein angenommen wird und er gut ist - er erlebt bedingungslose Annahme und Selbstakzeptanz. Dazu wird er nicht in passivem Erdulden (lat: patiens --&gt; Patient) belassen, sondern zum erfolgreichen Mitspieler am Gelingen des ganzen \"Gartens der Genesung\" gemacht: Er kann seine Dankbarkeit f\u00fcr die erlebte Zuwendung direkt in Mitwirkung zum Ausdruck bringen, z.B. in den G\u00e4rten, der K\u00fcche oder bei Veranstaltungen, vielleicht sogar beim Bau weiterer R\u00e4umlichkeiten. Jedenfalls lernt er, selbst diejenigen Heilpflanzen anzubauen, zu ernten und zu verwenden, die seinem Gesundheitsthema zutr\u00e4glich oder zur Gesundheitsvorsorge empfehlenswert sind. Er wird diese Pflanzen bei seiner Heimkehr nach typisch 14 bis 91 Tagen schlie\u00dflich mitnehmen und sie werden ihm lebendige Erinnerung und Ermutigung sein, seinen gesunden Lebensweg fortzusetzen. Nat\u00fcrlich stehen ihm auch die Lehrmaterialien der Gesundheitsbildungskurse weiter per Internet zur Verf\u00fcgung, die er bei seinem Aufenthalt kennengelernt hat. Bei Bedarf kann er sp\u00e4ter per Videokonferenz oder in einem Kurzaufenthalt erneut Rat und Unterst\u00fctzung finden.<\/p>\n<h3>Therapiekanon<\/h3>\n<p>Mit ganzheitlicher Ursachenfindung (insbesondere der Psychosomatik) und Ordnungstherapie (die Ordnung der nat\u00fcrlichen Lebensrhythmen) steht also die \"sprechende Medizin\" im Zentrum. Ihr schlie\u00dft sich zur Systemst\u00e4rkung die klassische Naturheilkunde mit Ern\u00e4hrungstherapie, Symbioselenkung, Pflanzenheilkunde, Bewegungstherapie und \u00fcbende Verfahren (z.B. Atemtherapie, Tanz, Augentraining, Yoga, Qi Gong), Reiztherapie (Wasseranwendungen, Lichttherapie, etc.) an, dazu kommen auf das K\u00f6rperganze wirkende Verfahren wie Massagetherapien, Waterbalancing und Osteopathie. Das psycho-emotionale Innenleben des Selbstheilers soll auch durch Kunsttherapie, Meditation, ausgew\u00e4hlte Verfahren der k\u00f6rperorientierten Psychotherapie, sowie Mentaltechniken geordnet und gest\u00e4rkt werden. Soziale Beziehungsproblematiken sollen die Selbstheiler z.B. durch ph\u00e4nomenologisch systemische Aufstellungen, Achtsamkeitstraining und das Erlernen von gewaltfreier Kommunikation und wesentliches Zwiegespr\u00e4ch l\u00f6sen lernen. F\u00fcr Menschen mit religi\u00f6ser\/spiritueller Orientierung sollen auch Heilgebete und \u00c4hnliches zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<h3>Rahmen<\/h3>\n<p>Dieses Konzept ben\u00f6tigt als Rahmen ein m\u00f6glichst naturnahes und landschaftlich sch\u00f6nes und diverses Gel\u00e4nde von mindestens 5-10 Hektar. Dem klassischen Bettentrakt entspr\u00e4che eine Kleingartenanlage ohne Z\u00e4une mit vielleicht 20 bis 80 baubiologisch optimierten Gartenh\u00e4usern, Baum- Erd- oder sonstigen phantasievollen H\u00e4usern zu etwa 35m\u00b2 in je einem etwa 400m\u00b2 gro\u00dfen Garten, gruppiert um vielleicht 10 kleine Therapiegeb\u00e4ude, Seminarr\u00e4ume und ein Mehrzweckgeb\u00e4ude mit K\u00fcche, das f\u00fcr Vortr\u00e4ge, Feste etc. verwendbar ist. Die Geb\u00e4ude sollen nicht nur hinsichtlich Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz optimiert sein sondern auch hinsichtlich energetischer Selbstversorgung, Kreislaufwirtschaft von Wasser und Wertstoffen und auf minimale Bodenversiegelung achten mit Ausgleich durch Gr\u00fcnd\u00e4cher. Aus Gr\u00fcnden von L\u00e4rmschutz und Luftreinhaltung sollten auf dem gesamten Gel\u00e4nde keine Verbrennungsmotoren zugelassen sein. Baustoffe, Menschen und G\u00fcter sind mit Elektrofahrzeugen zu bef\u00f6rdern.<\/p>\n<h3>Meilensteine<\/h3>\n<p>Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Planungsphase. Als n\u00e4chster Realisierungsschritt soll demn\u00e4chst eine zw\u00f6lfmonatige Entwicklungsphase der Inhalte und Bildungsmaterialien folgen. Dazu sollen zu allen relevanten Themen \u00f6ffentliche Symposien in der Region abgehalten werden, an denen Fachleute, insbesondere aus der Region, den heutigen Stand des Wissens Laien-verst\u00e4ndlich vorstellen. Damit sind diese Symposien sowohl Bildungsangebot im Sinne lebenslangen Lernens f\u00fcr die regionale Bev\u00f6lkerung und berufliches Fortbildungsangebot f\u00fcr die regional ans\u00e4ssigen Professionellen im Gesundheitswesen sowie Weiterbildung f\u00fcr das sich im Verlauf dieser Zeit bildende Mitarbeiterteam des Gartens der Genesung. Die Pr\u00e4sentationen auf den Symposien sollen auf Video aufgezeichnet und mit den Pr\u00e4sentationsfolien und erg\u00e4nzenden Materialien zu multimedialen Lehrmitteln f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Selbstheiler verarbeitet werden. Aus den Referenten, Teilnehmenden und sonstigen Beitragenden soll sich im Verlauf der Symposienreihe unter Nutzung kooperativer Teambildungsprozesse der zuk\u00fcnftige Mitarbeiterstab zusammenfinden.<\/p>\n<p>Nach Abschluss dieser inhaltlichen Entwicklungszeit soll in der Region eine geeignete Liegenschaft gefunden und adaptiert werden, um das Konzept des Gartens der Genesung unter universit\u00e4rer Begleitforschung in einer ersten modellhaften Umsetzung zu erproben.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a9 2015: Bernhard Harrer, \u201eGarten der Genesung\u201c ist eine eingetragene Marke von Bernhard Harrer<\/p>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Dieser Text kann hier als PDF heruntergeladen werden.) 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Gesellschaftliche Werte und therapeutische Basis Zugrundeliegendes Menschenbild ist die Ganzheitlichkeit des Menschen mit K\u00f6rper, Geist, Seele, Umwelt und sozialen Beziehungen. Daraus ergibt sich als therapeutische Basis: Bereitstellung eines heilsamen Milieus, Entschleunigung des Krankheitsgeschehens, Ordnungstherapie auf allen Ebenen, Selbsterm\u00e4chtigung zur Selbstheilung, Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung als Schl\u00fcssel zur Salutogenese und Gesundheitsbildung als Vorsorge gegen R\u00fcckfall oder weitere Erkrankung. Eine gemeinn\u00fctzige oder \u00f6ffentliche Inhaberschaft\/Tr\u00e4gerschaft der Einrichtung ist w\u00fcnschenswert, m\u00f6glicherweise auch breit gestreut, z.B. durch zahlreiche Vereins- oder Genossenschaftsmitglieder. F\u00fcr die Zusammenarbeit der Beteiligten bieten sich soziokratische Methoden der Selbstorganisation an. Besonderheit\/Alleinstellungsmerkmale Ein Garten der Genesung will h\u00f6chste therapeutische Wirksamkeit bereitstellen. 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